Oralchirurgie

Wurzelspitzenresektion

wurzelspitzenresektion
Röntgenbild: Wurzelspitzenresektion

Röntgenbild nach einer Wurzelspitzenresektion

Die Wurzelspitzenresektion ist die letzte Karte, die wir ziehen, um einen Zahn zu erhalten. Sie steht an, wenn alle anderen zahnerhaltenden Maßnahmen vorab gescheitert sind. Zum Beispiel

  • Die direkte Pulpaüberkappung, die den Zahnnerv zur Ausheilung bringen sollte.
  • Die Wurzelkanalbehandlung, die verhindern sollte, dass sich die Nerventzündung in den Kieferknochen ausbreitet.
  • Die Revision der Wurzelkanalbehandlung, eine Art „Nachbesserung“ einer evtl. im ersten Versuch misslungenen Wurzelkanalbehandlung.

Patienten berichten meistens, dass sie auf dem Zahn „nicht kauen“ können. Häufig tasten sie auch eine „Beule außen“ an der Zahnwurzel. Die Knochenentzündung um die Zahnwurzelspitze sorgt für Schmerzen - entweder bei normaler Kaubelastung oder auf Provokation, also beim Drücken auf den Entzündungsherd. Wenn wir nun bei der Wurzelspitzenkürzung ein paar Millimeter der Zahnwurzel und den entzündeten Knochen entfernen, kommt es in der Regel zur Abheilung der Entzündung.

Generell können wir sagen, dass die Wurzelspitzenresektion besonders gut an Zähnen funktioniert, die nur eine Wurzel haben, also Schneidezähne oder Eckzähne. Schwieriger wird es an mehrwurzeligen Zähnen, also den Seitenzähnen. Je weiter hinten der mehrwurzelige Zahn ist, desto unvorhersagbarer das Operationsergebnis. Aus diesem Grund planen wir sorgfältig alle notwendigen Eingriffe in Absprache mit Ihnen.

Ablauf einer Wurzelspitzenresektion

Die Behandlung erfolgt zumeist unter örtlicher Betäubung. Auf Wunsch können wir den Eingriff auch im Dämmerschlaf oder unter Vollnarkose durchführen.

Zunächst führt der behandelnde Zahnarzt einen Schnitt von etwa zwei Zentimetern Länge durch und legt anschließend die Spitze der Wurzel frei. Dann trennt er sie ab und entfernt auch eine eventuelle Entzündung aus dem Knochen. Schließlich spült und vernäht er die Wunde. Nach sieben bis zehn Tagen können typischerweise die Fäden gezogen werden.

Optionale Zusatzmaßnahmen

In einigen Studien wurde gezeigt, dass bestimmte begleitende Maßnahmen das Ergebnis positiv beeinflussen können. Beispielsweise zählen dazu:

  • Das Auffüllen der um die Wurzelspitze herum resultierenden Knochenhöhle mit Knochenersatzmaterial.
  • Die Dekontamination der Resektionsfläche mit dem CO2-Laser.
  • Eine spezielle Ultraschallbehandlung der Wurzelspitzenregion bei der Durchführung der Operation.

Wir sprechen Sie darauf an, falls wir diese Maßnahmen empfehlen. Weil die Studienlage jedoch uneindeutig ist, haben es diese Methoden nicht in den Gegenstandskatalog der gesetzlichen Krankenkassen geschafft. Deshalb können sie bislang nur privat abgerechnet werden. Auch private Krankenkassen übernehmen diese Maßnahmen mitunter nicht. Je nach Aufwand kostet eine solche Extrabehandlung bis zu 150 Euro pro Zahn.

Weitere Informationen zur Wurzelspitzenresektion bei der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung: Weblink

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